Archiv der Kategorie: Aktuelles

Das VolNet-Team steht vor der Universität Göttingen, wo die diesjährige Mitgliederversammlung stattfand

Mitgliederversammlung und VolNet-Wochenende 2025

Vom 14. – 16.11. sind wir in Göttingen zum VolNet-Wochenende zusammen gekommen. Wir haben das vergangene Jahr reflektiert, Pläne für die kommende Zeit geschmiedet und lecker gambisch gekocht!

Am Samstag haben wir auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und die Freiwilligenkoordination und unsere Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen in Gambia evaluiert. Im Anschluss waren wir in Göttingen unterwegs und haben einen postkolonialen Stadtrundgang durch die Stadt gemacht. Abends haben wir lecker gekocht. Am Freitag gab es gambisch-deutsche Fusionküche: Spätzle-Domoda! Und am Samstag haben wir veganen Benechin gekocht. Beide Rezepte stammen aus dem Globalen Lernprojekt der Freiwilligen Toni und Sophia, die in Zusammenarbeit mit Köchinnen aus Gambia ein tolles Kochbuch erstellt haben. Mehr davon erfahrt ihr bald!

Das Wochenende wurde mit der Mitgliederversammlung am 16.11. abgerundet. Es gab Updates zu unseren VolNet Freiwilligen-Jahrgängen und zu Aktivitäten in Gambia und in Deutschland. Außerdem wählten wir einen Teil unseres Vorstandes: Simon zum stellvertretenden Vorsitzenden, Rebecca erneut zur Schriftführerin, Ousman zum Beisitzer und Finn zum zweiten Finanzprüfer. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die VolNet mitgestalten! Alle weiteren Vorstandsposten stehen bei der nächsten Mitgliederversammlung 2026 zur Wahl. Wer mehr über den Vorstand und unser Team wissen möchte, wird hier fündig.

Das Wochenende hat uns Schwung und Ideen für das nächste Jahr gegeben, wir freuen uns auf 2026!

Begrüßt mit uns eine neue Generation von Freiwilligen in Gambia!

Sandra, Justus, Julian, Leander, Jule und Amelie sind in der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober in Gambia gelandet. Von der Schwüle erdrückt, aber voller Vorfreude, konnten die Freiwilligen am ersten Tag auf Benna Kunda ankommen. Mit einem lieben Empfang durch unseren Freiwilligenkoordinator Gentle vor Ort und einem vollen Programm starteten die Einführungstage. Das bedeutet, die Freiwilligen bekamen Besuch von Organisationen und Leuten, die sie für ihren weiteren Aufenthalt inspirieren sollten. Einige Freiwillige schwärmen noch immer von dem Essen, das sie in den Einführungstagen zusammen mit einer Frauengruppe gekocht haben.

Gentle und die Freiwilligen mitten in der Nacht am Flughafen

In diesen ersten Tagen gab es auch schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Friday Activities. Gentle organisierte, dass die neuen Freiwilligen zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft die Eingangsmauer neu bemalen konnten. Neben dem großen Aufdruck „Benna Kunda“ haben die Kinder von Blumen über Gitarren bis hin zu Hasen alle erdenklichen Dinge verewigt, die sie inspiriert haben und sie zu ihrem persönlichen Ort machen.

Nach den ersten Tagen der Eingewöhnung ging es dann in die Gastfamilien. Mittlerweile sind die Freiwilligen schon einen ganzen Monat vor Ort und berichten von den verschiedensten Eindrücken. Von gemischten Gefühlen und dem langsamer werdenden Alltag bis hin zu eindrucksvollen und herzlichen Begegnungen ist alles dabei.

In diesem Jahr wurden auch zwei Einsatzstellen neu besetzt. Justus arbeitet in der Sandele Fondation und unterstützt dort ein Bienenprojekt. Außerdem dreht er fleißig Videos. Jule wiederum arbeitet bei Disability Africa The Gambia, einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Dabei ist sie in die gesamte Tagesgestaltung eingebunden und begleitet Physiotherapie-Einheiten sowie Spielangebote. Ich freue mich darauf, wieder eine neue Freiwilligeneration begleiten zu können und zu hören, was sie erleben. Also bleiben wir gespannt!

Justus in der Sandele Fondation
Jule bei Disability Africa The Gambia

Bewerbungsstart bei VolNet für Deinen weltwärts Freiwilligendienst 2026/27

Ab sofort könnt Ihr uns eure Bewerbungen zuschicken!

Seit diesem Jahr gibt es zahlreiche neue Einsatzstelle, in denen ihr arbeiten könnt. So zum Beispiel ANEKED: Memory House, eine Organisation, die sich für die Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen in Gambia einsetzt. Oder werde Teil des National Youth Council und unterstützt bei der Umsetzung von nationalen Jugendprogrammen und der Beratung der Regierung in jugendrelevanten Fragen. Bei der Anne Marie River School bist Du beim Englischunterricht dabei und begleitest viele verschiedene Klassen.

Das waren nur ein paar Beispiele. Unter dem Reiter Partnerorganisationen siehst Du alle Möglichkeiten, wo Du Deinen Freiwilligendienst absolvieren kannst. Alle Einsatzstelle haben gemeinsam, dass Du bei uns in Gastfamilie unterkommst und Zugang zum Freiwilligengrundstück „Benna Kunda“ hast.

Worauf wartest du noch? Füll das Bewerbungsformular aus und schick es an oder melde Dich bei Fragen. Wir freuen uns Dich kennenzulernen und Dich auf Deinem Weg zum Freiwilligendienst zu begleiten:)

Globale Lernprojekte unter der Lupe: Antons Wörterbuch

Während seines weltwärts-Freiwilligendienstes im Brikama District Hospital in Gambia hat Anton, der in Deutschland als Kinderkrankenpfleger arbeitet, erlebt, wie zentral Sprache für gute medizinische Arbeit ist. Täglich kam er dort mit Patient*innen in Kontakt, von denen viele, zwar mehrere lokale Sprachen wie Mandinka, Wolof oder Serer, aber nicht fließend Englisch sprachen.

Als Anton begann, ein paar Grundbegriffe auf Mandinka zu lernen, wurde bald deutlich, wie viel Vertrauen und Verständnis entstehen könnten, wenn man sich in einer gemeinsamen Sprache begegnet. Aus dieser Erfahrung heraus entstand Antons Globales Lernprojekt: ein kleines medizinisches Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen und Redewendungen auf Deutsch, Englisch und Mandinka.

Gemeinsam mit Omar Manjang aus Gunjur sammelte und übersetzte er über mehrere Wochen hinweg Wörter, die im Krankenhausalltag besonders häufig gebraucht werden, von einfachen Begrüßungen bis hin zu komplexeren Begriffen wie Blutdruck, Infektion oder Behandlung.

Das Wörterbuch soll Freiwilligen, Pflegekräften und Ärzt*innen helfen, sprachliche Barrieren abzubauen und respektvoll mit den Patient*innen zu kommunizieren. Gleichzeitig dokumentiert es einen lebendigen Teil des lokalen Sprachgebrauchs, denn das verwendete Gunjur-Mandinka wurde lautschriftlich festgehalten, damit das Wörterbuch auch ohne tiefere Sprachkenntnisse zugänglich ist.

Antons Projekt zeigt beispielhaft, wie Globales Lernen in der Praxis aussehen kann: Es geht nicht allein um den Austausch von Wissen, sondern auch darum, aufmerksam zuzuhören, voneinander zu lernen und gemeinsam pragmatische Lösungen zu finden.

2nd Basketballcamp in Benna Kunda

The Second Edition of the Gunjur Basketball Camp, taking place from Thursday to Monday was suceffuly launched on the 28th of August 2025. Over these days, we trained new players and strengthened the skills of returning athletes from Gunjur, Kunkujang Mariama, Sanyang, and Tujereng.

But this camp went beyond just basketball. Participants were also introduced to essential livelihood and recycling skills. We transformed old car tires into sofas, and used beads to create handbags, keyholders, and more — all while delivering important lessons in recycling and environmental sustainability.

We now concluded the camp on the 1st of August-and it was a great success—with plenty of progress made and even more to build on. Our shared vision is to build a sustainable basketball team for Gunjur, and ultimately extend this model throughout Kombo South.

My profound gratitude goes to all the trainers from Serrekunda, the Gunjur Basketball Project, the Gunjur Sports Committee, and the Volunteers Network Organization (VolNet). Your contributions to this project are recognized and deeply appreciated. I also want to acknowledge the commitment of the players throughout the camp. I hope their dedication continues well beyond these four days.

It’s been an incredible four days of learning and relearning—four days of being inspired beyond just basketball. To all the parties supporting this project: let’s renew our commitment. Let’s continue to support, to uplift, and to grow together. Gunjur and Kombo South Basketball have a bright future ahead. Let’s keep our heads high and our goals even higher.
Once again, thank you!

Basketball Officer
Via Office of the PRO
Gunjur Sports Committee

All pictures curtesy of Mjay_clicks and Emil Gibba.

Update Triathlon 2025: Absage des diesjährigen Triathlons

Liebe VolNet Community,
wir, das Orga-Team, möchten euch heute leider mitteilen, dass der diesjährige Triathlon nicht stattfinden wird.
Nach reiflicher Überlegung haben wir entschieden, den Triathlon für dieses Jahr abzusagen. Diese Entscheidung ist uns alles andere als leicht gefallen. Es gibt dieses Jahr allerdings viele Gründe, weshalb wir davon überzeugt sind, dass es unter den aktuellen Umständen besser ist, in diesem Jahr eine Pause einzulegen, um dem Triathlon langfristig eine stabile und zukunftsfähige Perspektive zu geben.

Aber: Das heißt nicht, dass der Triathlon am Ende ist – im Gegenteil! Wir möchten die Pause nutzen, um das Event in Ruhe neu zu denken, weiterzuentwickeln und im kommenden Jahr mit frischem Schwung und gutem Vorlauf wieder mit euch zu starten.
Wir wissen, dass aus der Kurzfristigkeit dieser Entscheidung eine unangenehme Situation entsteht und bedanken uns sehr für euer Verständnis.
Wenn ihr Interesse habt, im kommenden Jahr dabei zu sein, könnt ihr euch schon jetzt unverbindlich über folgendes Formular anmelden:
👉 Jetzt unverbindlich zusagen

Euer Triathlon Orga Team

Vorbereitungsseminar 25/26 in Kassel

Am 08. August ist das weltwärts Vorbereitungsseminar für die neue Freiwilligengeneration in Kassel zu Ende gegangen.

An acht Seminartagen haben sich die Teilnehmenden mit verschiedensten Themen beschäftigt, um ihren Freiwilligendienst vorzubereiten: Kritisches Weißsein und rassismuskritische Berichterstattung, Umgang mit Freiheiten im Freiwilligendienst, (psychische) Gesundheit, Sexualität, Freiwilligendienste im Kontext der Sustainable Development Goals, …

Dieses Jahr geht VolNet mit sechs Freiwilligen, fünf davon über weltwärts vermittelt, an den Start. Außerdem durften wir acht weitere Freiwillige von Friends of Ruanda und Experiment e.V. auf ihre Freiwilligendienste in Ruanda, Tansania, Benin, Argentinien und Mexiko vorbereiten.

VolNet Freiwillige v.l.n.r. (oben) Sandra, Leander, Julian, (unten) Amelie, Jule und Justus

Die VolNet Freiwilligen Amelie, Jule, Julian, Justus, Leander und Sandra freuen sich auf ihre Ausreise nach Gambia am 01. Oktober. Auf die Frage, worauf, sie sich freuen, worauf sie neugierig sind, sagen sie:

„Ich bin neugierig auf alle Menschen, die ich kennenlernen werde – natürlich auf meine Gastfamilie, die Lehrer an der Schule, an der ich arbeiten werde, auf die Kinder und Jugendlichen sowie auf neue Bekanntschaften und Freunde.“ – Amelie

„Ich freue mich am meisten auf meine Projektstelle. Auf die Klient*innen, die Kolleg*innen und darauf zu sehen, wie dort gearbeitet wird“ – Jule

„Ich bin insbesondere neugierig darauf, wie Amelie und ich die Friday Activities auf Benna Kunda gestalten werden, wie viele neue Kinder/Jugendliche ich dabei kennenlernen werde und ich freue mich auf meine Gastfamilie!“ – Justus

„Hallöchen, ich bin Leander und ich werde bald der nächste Freiwillige an der Gunjur Upper Basic School sein. Ich bin sehr neugierig darauf, wie mein Alltag in Gunjur aussehen wird – welche Menschen ich kennenlernen werde, welche Orte ich sehen darf und welche Erfahrungen ich während meiner Arbeit mit den Schüler*innen und bei den Projekten in Benna Kunda sammeln werde.“ – Leander

„Hi, ich bin Sandra (sie/ihr) und werde im Brikama District Hospital eingesetzt werden. Ich freue mich auf so Vieles, unter anderem das Klima, die Natur, das was ich im Krankenhaus lernen werde, Begegnungen mit Menschen, das knüpfen von Freundschaften, das Essen und auch einfach darauf die Kultur und das Lebensgefühl mitbekommen zu dürfen.“ – Sandra

Rückblick: Buchclub zu Africa Is Not a Country

Zwischen Mai und Juli 2025 hat VolNet e.V. zu einem digitalen Buchclub rund um das Buch Africa Is Not a Country von Dipo Faloyin eingeladen. In fünf einstündigen Sitzungen haben sich interessierte Vereinsmitglieder, aktuelle Freiwillige und Ausreisende des kommenden Jahrgangs mit den Inhalten des Buches auseinandergesetzt.

Gemeinsam haben wir jeweils ein bis zwei Kapitel gelesen und diskutiert. Im Zentrum stand nicht nur die Zusammenfassung der Inhalte, sondern vor allem die Auseinandersetzung mit den zentralen Aussagen des Autors. Die Treffen wurden durch vorbereitete Hintergrundmaterialien ergänzt, die Kontexte eröffneten, Vertiefungen ermöglichten und Diskussionen anregten.

Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, wie sich die Inhalte auf Erfahrungen im Kontext des Freiwilligendiensts beziehen lassen. Freiwillige, die sich aus Gambia einloggten, bereicherten die Gespräche mit persönlichen Eindrücken.

Identität, Sprache und Kolonialismus

Besonders lebendig diskutierten wir Fragen von Identität: Inwiefern wirken koloniale Machtverhältnisse bis heute in das Selbstbild ganzer Gesellschaften hinein? Welche Rolle spielen kollektive Erfahrungen, kulturelle Artefakte und historisches Unrecht , z.B. im Kontext von Restitution geraubter Kulturgüter?

Und wie kann über „Afrika“ gesprochen werden, ohne in stereotype Erzählungen zu verfallen? Ein Anfang einer Antwort könnte z.B. sein: spezifisch und konkret an (selbst erlebten) plastischen Beispielen und in einer Weise, die sich an der Würde derjenigen, über die gesprochen wird, orientiert.

Das Buch zeigt eindrücklich, wie tief verzerrte Afrikabilder in europäischen Medien und Popkultur verankert sind. Außerdem war es beim Blick in die Kolonialgeschichte beeindruckend zu sehen, wie aktiv afrikanische Akteure von Beginn an koloniale Prozesse z.B. in Zeitungen dokumentiert und kritisiert haben, was in deutschen Geschichtsbüchern selten gezeigt wird.

Im Winter wird es eine Fortsetzung mit einem neuen Buch geben. Wir freuen uns darauf, erneut gemeinsam zu lesen, zu lernen und uns auszutauschen.

Abschlussfeier auf Benna Kunda

von Sumeja Hamidovic

Am 21. Juni 2025 feierten wir auf dem Gelände Benna Kunda gemeinsam unseren Abschluss. Nach intensiven Monaten des Lernens, Arbeitens und interkulturellen Austauschs war dieser Tag ein besonderer Moment, um auf unsere gemeinsame Zeit in Gambia zurückzublicken – und den Abschied würdig zu feiern.

Zusammen mit unseren Gastfamilien, Arbeitskolleg*innen, Freund*innen und Kindern von Benna Kunda kamen wir an diesem Samstag in fröhlicher Atmosphäre zusammen. Begleitet von mitreißender Trommelmusik, die für Begeisterung und tanzfreudige Stimmung bei Jung und Alt sorgte, wurde gelacht, getanzt – und natürlich gegessen. Denn eines haben wir in Gambia auf jeden Fall gelernt: Bei Feiern darf das Essen niemals zu kurz kommen!

Mit liebevoll zubereitetem Bennechin, Tschakri, erfrischendem Wonjo und dem traditionellen Atayah war für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Die Zutaten hatten wir gemeinsam mit unserem Freiwilligenkoordinator besorgt und zusammen mit unserer engagierten Koch-Crew vorbereitet.

Zwischen all dem Trubel war auch Raum für Dankbarkeit: Wir nutzten die Gelegenheit, um uns für die gemeinsame Zeit, die wertvollen Erfahrungen und die entstandenen Beziehungen zu bedanken. Es war ein Fest des Miteinanders – und ein Abschied, der in Erinnerung bleibt.

Globale Lernprojekte unter der Lupe: Emilys Filmprojekt „Three Rounds“

Emily setzte sich in ihrem Globalen Lernprojekt mit einem selbst konzipierten Filmprojekt auseinander. Ziel war es, den Alltag verschiedener Menschen in Gunjur einzufangen, mit der Kamera, aber auch durch persönliche Begegnung und aktives Mitwirken. So entstand der Film „Three Rounds“ – gesprochen in Mandinka – ein Porträt von vier Menschen mit ganz unterschiedlichen Tätigkeiten: ein Schneider, eine Gärtnerin im Frauengarten, eine Straßenverkäuferin von Ebbe (einer lokalen Spezialität) und ein Taxifahrer.

Emily begleitete sie im Alltag, beim Nähen, Gärtnern, Taxifahren oder dem Verkaufen am Straßenrand, immer verbunden durch ein zentrales Element des täglichen Lebens: Ataya, der grüne Tee, der nicht nur getrunken, sondern geteilt wird. So wurde der Film ein Mix aus Dokumentation und künstlerischem Ausdruck, der auch ihren eigenen Lernprozess widerspiegelt.

Der größte Lernbeitrag für Emily lag nicht im Filmschnitt, sondern im aktiven Teilhaben am Leben der Porträtierten. Sie war selbst für einen Tag als Taxifahrerin unterwegs, arbeitete mit der Gärtnerin, lernte das Schneiderhandwerk kennen und verkaufte Ebbe am Straßenrand. Dabei erhielt sie tiefe Einblicke in das Leben und die Geschichten der Menschen in Gunjur – begleitet von vielen Gesprächen und unzähligen Gläsern Ataya.

Als Abschluss ihres Lernprojekts organisierte Emily eine öffentliche Premiere des Films „Three Rounds“ in Gunjur, Gambia. Die Veranstaltung fand im Freien nahe des Markts statt und wurde mit großer Vorfreude erwartet, genau dort, wo auch viele der Filmszenen gedreht worden waren. Alle vier Protagonist:innen waren anwesend. Menschen aller Altersgruppen kamen zusammen, um sich den Film anzusehen. Viele erkannten sich selbst, ihre Bekannten oder ihre Umgebung auf der Leinwand wieder. Mit Popcorn, Wonjo und Ataya wurde das Filmschauen zu einem kleinen Fest.

Die Stimmung war herzlich und offen. Dass der Film gemeinsam mit den Menschen entstanden ist, zeigte sich deutlich in der positiven Resonanz. Zum Abschluss erhielten alle Mitwirkenden ein eigenes Filmplakat als kleines Dankeschön und Erinnerung an einen gelungenen Abend. Der fertige Film (30 Minuten Länge) bietet nicht nur für Menschen in Deutschland spannende Einblicke in ihre Zeit in Gambia, vor allem ist er für die Community in Gunjur gedacht. Deshalb wurde der Film vor Ort fertiggestellt und hatte dort auch seine Premiere.

Die Premiere war nicht nur der Abschluss eines Lernprojekts, sondern ein echtes Gemeinschaftserlebnis, das viele Menschen im Ort miteinander verbunden hat – vor und hinter der Kamera.

von Emily Wernz