Archiv der Kategorie: Aktuelles

Freiwilligenprojekt im Fokus: Praktikum im Tanka Tanka Psychiatric Hospital

Aktuelle VolNet Freiwillige und Medizinstudentin Sandra berichtet von ihrem selbstorganisierten Praktikum, das sie im Rahmen ihres Freiwilligendiensts durchführen konnte:

„Im Juni 2026 habe ich das Brikama District Hospital, meinen eigentlich Arbeitsplatz, für zwei Wochen verlassen und habe ein Praktikum im Psychiatric Hospital Tanka Tanka gemacht. Dort gibt es einen Frauen- und einen Männer-Bereich jeweils mit Außenbereichen, einen Raum für verschiedene Arten der Beschäftigungstherapie sowie Behandlungszimmer und Büros. Tanka Tanka hat ca. 100 stationäre Patient:innen und weitaus mehr ambulante. Montags und freitags sind die Ärzt:innen in dem Krankenhaus in Banjul, wo sie auch eine ambulante Sprechstunde anbieten, dienstags ist dann Visite der stationären Patient:innen und mittwochs und donnerstags ist eine ambulante Sprechstunde in Tanka Tanka selbst. An den Freitagen gab es eine Therapiegruppe für Patient:innen mit Substanzmissbrauch. Zudem gibt es eine Sozialarbeiterin.

Ich habe in meiner Zeit in Tanka Tanka bei den pflegerischen Aufgaben geholfen, bei den Arztgesprächen mitgewirkt und auch mit der Sozialarbeiterin Patientengespräche geführt.

Es war sehr interessant mehr über die Situation psychisch kranker Menschen in Gambia zu lernen.“

von Sandra Hausdorf

Freiwilligenprojekt im Fokus: Erfolgreicher Abschluss des Imkertrainings

Neuigkeiten rund um das Thema Bienen in Gambia: Am vergangenen Sonntag hat Justus Dietsche, diesjähriger Freiwilliger von VolNet, den finalen Workshop seines Imkertrainings durchgeführt. Anfang Mai hatte er bereits in einem Beitrag von den Bienenvölkern der Sandele Foundation berichtet, hier gibt er nun ein Update zu dem Training, bei dem er rund 15 Interessierten sein Wissen rund um Bienen und Bienenhaltung vermittelt hat.

Das Training wurde von VolNet gefördert.

„Meine Arbeitsstelle, die Sandele Foundation in Kartong, hat mehrere Bienenvölker in ihrem Besitz. Im Frühjahr hatten wir damit begonnen, deren hölzernen Kästen zu reparieren (ich berichtete davon in einem der früheren Beiträge auf VolNets Website).

Während der Reparatur kam zwischen Foundation Director Simon Gibba und mir der Gedanke auf, das Thema Bienen und Bienenhaltung noch etwas nachhaltiger anzugehen. Wir machten uns Gedanken zu den Fragen: Wie können wir das Bienenprojekt auch über meinen Freiwilligendienst hinaus weiterleben lassen? Wie können wir sicherstellen, dass die Bienen der Sandele Foundation weiter bewirtschaftet werden? Und wie kann ich mein Wissen vielleicht an Interessierte weitergeben?

Unsere Überlegungen mündeten in einem neuen Projekt: Einem Imkertraining. Ziel ist: Interessierten die Grundlagen beibringen, eine symbiotische Gruppendynamik zu erschaffen und die Teilnehmenden zu empowern, sich weiterzubilden und mit dem Imkern anzufangen.

Also machten wir einen Online-Flyer mit einem verknüpften Google Forms; innerhalb weniger Tage hatten wir mehr als 15 Anmeldungen für das kostenlose Angebot.

Alle Teilnehmer fügten wir einer WhatsApp-Gruppe hinzu und wenige Tage führte ich bereits den ersten theoretischen Workshop durch. Dieser fand Mitte April auf dem Gelände unseres Partners NAACO zwischen Kartong und Madina Salam statt. Rund eine Woche später hielt ich bereits den zweiten theoretischen Workshop auf dem gleichen Gelände, der sich den besonders spannenden Themen Honigernte und Bienenwachs widmete.

Im Mai folgten noch zwei weitere Termine, beide online, in denen ich den Teilnehmern die Imkerwerkzeuge, den Aufbau eines Bienenvolks sowie verschiedene Bienenkrankheiten näherbrachte. Ebenso untersuchten wir gemeinsam, wie man das Imkern in Gambia als positiv-ökonomische Nebentätigkeit angehen kann.

Die wichtigste Theorie abgehakt, folgte am vergangenen Sonntag nun der praktische Teil der Ausbildung:

Die Teilnehmenden und ich trafen uns gegen 11 Uhr bei der Bienenfarm von WYCE (einer NGO in Madina Salam, die uns freundlicherweise ihren Garten für den Tagesworkshop zur Verfügung stellte).

Nach einer Austauschrunde, bei der ich offengebliebene Fragen der theoretischen Ausbildung beantwortete, starteten wir den Workshop mit einer Begehung des Bienengartens. Bevor wir in Imkeranzügen an die Bienen gingen, erklärte ich den Teilnehmenden, wie man den allgemeinen Zustand eines Bienenvolks sowie Krankheitsbilder bereits von außen erkennen kann, ohne den Deckel öffnen zu müssen. Das Erlernte hielten wir im Plenum fest. Anschließend kam der spannende Teil: Die Teilnehmenden zogen die bereitgestellten Imkeranzüge an und ich leitete sie in Vierergruppen an die Bienenvölker, während der Rest abseits blieb. Man kann sich vorstellen, wie faszinierend es für die Teilnehmenden war, das erste Mal ein echtes Bienenvolk aus der Nähe inspizieren zu können.

Beim anschließenden Mittagessen kam demnach ein reger Austausch zustande.

Die Nachmittags-Session übernahm mein Freund Zulieu (er ist Imker in Madina Salam und half uns bereits bei der Reparatur der Bienenvölker). Er erläuterte den saisonalen Kalender der Bienenhaltung in Gambia, bei dem die Regenzeit eine große Rolle spielt. Die letzte Einheit war schließlich handwerklich: Gemeinsam bauten wir einen Bienenkasten, um den Teilnehmendenn aufzuzeigen, wie sie nun selbst mit dem Imkern starten können. Im Anschluss erhielt jede*r ein Teilnahme-Zertifikat.

Fazit:

Mich macht es unglaublich stolz, die Entwicklung der Teilnehmenden über den gesamten Kurs hinweg miterlebt zu haben. Besonders schön war zu sehen, wie aus anfänglicher Neugier echtes Interesse und Begeisterung für die Imkerei entstanden sind. Und so wie sich vernehmen ließ, möchten viele der Teilnehmenden nun tatsächlich mit dem Imkern anfangen!

Ein großes Dankeschön an VolNet und weltwärts für die Unterstützung dieses wunderbaren Projekts!“

von Justus Dietsche

Workshop zur Periodengesundheit auf Benna Kunda

Gemeinsam lernen, sprechen und nähen

Am 16. Mai kamen auf Benna Kunda elf junge Frauen aus Gunjur zusammen, um sich einen Tag lang intensiv mit dem Thema Periodengesundheit zu beschäftigen. Der Workshop wurde gemeinsam mit The Girls’ Agenda (TGA) Brikama umgesetzt und durch die finanzielle Unterstützung von VolNet ermöglicht. Die Initiative entstand aus der Zusammenarbeit der ehemaligen VolNet-Freiwilligen Emily Wernz mit der Schneiderin Fatou Touray in Gunjur.

Den Einstieg gestaltete Binta Bojang von TGA mit einer offenen Gesprächsrunde über den Menstruationszyklus, Hygiene und persönliche Erfahrungen. Schnell entstand eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der Fragen gestellt, Unsicherheiten geteilt und eigene Geschichten erzählt wurden.

Im zweiten Teil übernahm Aja Susso den praktischen Workshop. Gemeinsam wurde besprochen, wie wiederverwendbare Stoffbinden funktionieren, wie sie richtig gewaschen und gepflegt werden und warum sie für viele Mädchen und Frauen eine wichtige und nachhaltige Alternative zu Einwegbinden darstellen. Anschließend ging es ans Nähen: Jede Teilnehmerin erhielt die notwendigen Materialien und fertigte unter Anleitung ihre eigene Stoffbinde an.

„It was so educative and for the first time I’m able to sew a reusable pad. I’m so grateful for that and I hope to teach my younger ones here.“ – Teilnehmerin des Workshops

Der Workshop knüpft an das Taschenprojekt an, das während des Freiwilligendienstes von Emily Wernz im Jahr 2025 in Gunjur entstand. In Zusammenarbeit mit Fatou Touray entwickelte sich die Idee, handgefertigte Taschen zu produzieren und gleichzeitig ein soziales Anliegen zu unterstützen. Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung mit Periodenarmut – also dem fehlenden Zugang zu Menstruationsprodukten, der für viele Mädchen und Frauen gesundheitliche Probleme, soziale Ausgrenzung und Einschränkungen im Bildungsalltag bedeuten kann. Pro verkaufte Tasche wurde eine wiederverwendbare Stoffbinde produziert, die nun im Rahmen dieses Workshops verteilt werden konnte.

von Emily Wernz

Wenn das Auslandsjahr nachwirkt – Erfolgreiche Filmtour abgeschlossen

Die Filmtour zu „Was bleibt? Das Auslandsjahr in meinem Leben“ ist erfolgreich abgeschlossen. Hinter uns liegen bewegende und inspirierende Abende in Leipzig, Jena, Bamberg, Göttingen und Dresden. Insgesamt besuchten über 220 Menschen die Aufführungen und anschließenden Gespräche.

08.05. Göttingen
12.05. Dresden
15.04. Leipzig

Der Film, produziert von unseren langjährigen VolNet-Mitgliedern Christian Weinert und Ferdinand Carrière, zeigt beispielhaft Auswirkungen und Lebenswege nach dem Freiwilligendienst.

Besonders spannend war zu erleben, wie viele Besucher*innen die Veranstaltungen zum Anlass nahmen, sich erneut mit ihrem eigenen Freiwilligendienst und dessen langfristigen Auswirkungen auseinanderzusetzen. Vor allem die gezeigten Sichtweisen von ehemaligen Süd-Nord-Freiwilligen luden zu einem Perspektivwechsel ein. Viele Besucher*innen teilten persönliche Gedanken und Perspektiven – offen, reflektiert und mit großer Pluralität an Erfahrungen. Die Diskussionen zeigten eindrucksvoll, wie prägend internationale Freiwilligendienste auch Jahre später noch sein können.

Ein herzlicher Dank gilt allen Podiumsgästen, Unterstützer*innen und Menschen, die sich mit viel Engagement an der Öffentlichkeitsarbeit beteiligt haben. Ohne diese gemeinsame Arbeit wären die Veranstaltungen in dieser Form nicht möglich gewesen.

Ebenso danken wir Engage­ment Global herzlich für die Förderung und das Ermöglichen der Filmtour. Die zahlreichen Begegnungen und Gespräche haben gezeigt, wie wichtig Räume für Austausch, Reflexion und gesellschaftliche Debatten rund um internationale Freiwilligendienste sind.

Freiwilligen-Projekt im Fokus: Die Bienen der Sandele Foundation

VolNet unterstützt das Bienenprojekt von Justus Dietsche / Bienenvölker nun fit für die Regenzeit

Mitte Februar kam Justus Dietsche, diesjähriger Freiwilliger von VolNet, auf den Vereinsvorstand mit einer Projektidee zu: Er plane, die Bienenvölker seiner Einsatzstelle reparieren zu lassen und dadurch deren Behausung für die Regenzeit sicherzustellen. Dafür formulierte er einen Förderantrag, der ihm durch den Vorstand genehmigt wurde.

Den aktuellen Stand des Projektes fasst er hier in einem Bericht kompakt zusammen:

“ Meine Einsatzstelle, die Sandele Foundation, die zwischen Madina Salam und Kartong (dem südlichsten Dorf Gambias) liegt, hat mehrere Bienenvölker in ihrem Besitz. Rund 15 Beuten (so nennt man die hölzernen Bienenkästen) stehen auf dem Gelände, fünf davon sind auch jeweils von einem Bienenvolk behaust.

Als begeisterter Imker ist das für mich natürlich ein Glücksfall: So kann ich meinem langjährigen Hobby, das ich bereits seit 2015 praktiziere, auch in Gambia nachgehen.

Zeit, mal ein kleines Update über die Bienenvölker zu teilen, denn in den Wochen seit Genehmigung meines Förderantrages hat sich dort einiges getan:

Das übergeordnete Ziel war es, die Beuten reparieren zu lassen. Das hat folgenden Grund: Die Bienenvölker hatten bis vor Kurzem noch rostige Deckel, zerfressene Holzwände und waren allgemein in keinem guten Zustand. In der Regenzeit, die in Gambia von etwa Ende Juni bis Mitte Oktober dauert, ist das natürlich fatal.

Um sich das einmal genauer vorzustellen, hier eine kleine Beschreibung, was Regenzeit in Gambia eigentlich bedeutet. Die Regenzeit in Gambia ist kein bisschen mit dem zu vergleichen, was man aus Mitteleuropa kennt. Von etwa Ende Juni bis in den Oktober hinein kommt es fast täglich zu heftigen, oft stundenlangen Schauern, die nicht selten von Gewittern begleitet werden. Innerhalb kürzester Zeit setzen die Regenfälle ganze Landstriche unter Wasser: Sandpisten verwandeln sich in schlammige, teils unpassierbare Wege, größere Straßen stehen stellenweise unter Wasser, und selbst einfache Wege durch Dörfer werden zur rutschigen Herausforderung. Für Bienenvölker ohne fachgerechte Beuten-Behausung ist die Regenzeit somit eine große Gefahr.

Eine der alten Beuten vor der Reparatur
Die neuen Beuten, bereit zum Abtransport

Umso glücklicher bin ich, dass die Bienenvölker der Sandele Foundation vergangene Woche nun neue Behausungen bekommen haben. Mit den Geldern aus dem Förderantrag habe ich Ende Februar die Reparatur der Beuten in Auftrag gegeben. Die Adresse dafür war hierbei Zulieu Nchalmi. Bereits seit 14 Jahren ist Zulieu Imker in Gambia. Er hat bereits für Agrarunternehmen gearbeitet, die Bienen gehalten haben, er war über mehrere Jahre der Imker einer Bienenfarm und seit einigen Jahren baut und repariert er in Madina Salam nebenberuflich als selbstständiger Handwerker Bienenbeuten. Ihm vertraute ich also die Reparaturen der Bienenkästen der Sandele Foundation an, die vor rund zwei Wochen fertiggestellt wurden.

Die frisch reparierten Beuten brachte ich vergangene Woche mit einem Lasten-Dreirad dann zur Sandele Foundation. Wenige Tage später folgte das Umsiedeln, was ich zusammen mit Zulieu unternahm. Gemeinsam schafften wir die neuen Beuten an ihre Standorte. Die alten Beuten mit den Bienenkolonien wurden sodann geöffnet.

Oberträger für Oberträger und Wabe für Wabe siedelten wir schließlich ein Bienenvolk nach dem anderen in die neuen Beuten um. Das forderte einiges an Mut: Die Bienen in Gambia sind recht territorial und schwirrten um unsere Köpfe. Am Ende waren alle Bienenvölker in ihre neuen Behausungen umgesiedelt. Sie sind nun fit für die kommende Regenzeit.

Und wie geht es weiter? Mein großes Ziel ist es, vor meiner Rückreise nach Deutschland noch Honig zu ernten. Ob das bei den Bienenvölkern der Sandele Foundation möglich ist, wird sich Ende Mai zeigen. Es könnte sein, dass die Völker zu wenig Honig haben und man sie diese Saison nochmal in Ruhe lassen sollte. Für diesen Fall hat mir Zulieu aber angeboten, mich aber mit zur Honigernte bei seinen Völkern mitzunehmen. Auch gut.

Ebenso begann vergangene Woche ein weiteres Projekt mit Bienen: Mit der Sandele Foundation als Gastgeber habe ich ein Imker-Training ins Leben gerufen, dass interessierten Leuten die Grundlagen des Imkerns nahebringen soll. Die ersten beiden theoretischen Sessions fanden in den vergangenen zwei Wochen auf dem Gelände einer unserer Partner statt. Weitere zwei theoretische Sessions sind Mitte Mai online, ehe ich Ende Mai und Anfang Juni dann auch die Praxis lehren will.

Ein Update dazu wird es in ein paar Wochen ebenfalls hier auf der Website von VolNet geben. Bis dahin: Auf Wiederlesen.“

Gambia-Reise & Zwischenseminar 2026

Im Februar stand die alljährliche Ausreise nach Gambia an. Dieses Jahr reisten Laura, Lucina, Markus und Tobi. Ziel der Reise war es, neben den Freiwilligenthemen insbesondere die Betreuung vor Ort weiter zu verbessern, Gespräche mit VolNet Gambia zu führen und die Arbeiten auf Benna Kunda voranzubringen.

Ein zentraler Bestandteil der Reise war, wie in jedem Jahr das Zwischen-seminar mit fünf VolNet-Teilnehmenden und fünf externen Teilnehmer*innen. Das Seminar fand erneut in der Tamba Kuruba Lodge statt und wurde von Lucina und Laura geleitet.

Während des Seminars unternahmen wir außerdem einen Ausflug zum National Youth Parliament The Gambia, einer neuen Einsatzstelle. Die Freiwilligen fanden den Besuch sehr spannend, und auch für das VolNet-Team war es eine gute Gelegenheit, die Verantwortlichen der Organisation persönlich kennenzulernen.

Neben dem Seminar fand wieder ein Teamtag im Tunbung Art Village statt. Dort haben die Teilnehmerinnen gemeinsam mit Doe Tie and Dye gemacht. Gleichzeitig bot der Tag Raum, mit den Freiwilligen über ihre Lernprojekte zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen.

Das VolNet Team beim Besuch des Memory House
Tie and Dye Workshop im Tunbung Art Village

Darüber hinaus standen mehrere Treffen und Gespräche mit VolNet Gambia auf dem Programm. Dabei ging es insbesondere um Fragen der Rolle und des Selbstverständnisses in der Vermittlungsarbeit sowie um den Austausch zum Feedback aus dem weltwärts-Programm.

Besonders freuen wir uns darüber, berichten zu können, dass wir gemeinsam mit unserem Freiwilligen Justus für die Sandele Foundation zwei Bienenstöcke finanzieren konnten. Diese sollen künftig für die Imkerei sowie für die Ausbildung junger Imker*innen genutzt werden.

Während unseres Aufenthalts konnten wir zudem eine der neuen, spannenden Einsatzstelle näher kennenlernen: das ANEKED Memory House. Bei einer Führung durch das Museum erhielten wir Einblicke in die Arbeit der Organisation und konnten uns mit den Verantwortlichen sowie den möglichen Aufgaben zukünftiger Freiwilliger vertraut machen.

Zum Abschluss der Reise blieb auch Zeit für praktische Arbeit. Tobi und Markus unterstützten die Arbeiten auf Benna Kunda, unter anderem am Wasserturm sowie bei verschiedenen Aufgaben, die in den vergangenen Monaten liegen geblieben waren.

Das neue Tor auf Benna Kunda

Nord–Süd, Süd-Nord – Was bleibt vom Freiwilligendienst? (Filmtour)

Was bleibt? – Das Auslandsjahr in meinem Leben“ heißt der Dokumentarfilm von Christian Weinert und Ferdinand Carrière. Der Film beleuchtet persönliche Aus- und Folgewirkungen von weltwärts Freiwilligendiensten in der Ferne im zeitlichen Abstand. Das Besondere daran: Aufenthalte tansanischer und kamerunischer Freiwilliger in Deutschland werden Erinnerungen und Erfahrungen von deutschen Freiwilligen gegenübergestellt.
Wir freuen uns darüber den sensiblen und nachdenklichen Film mit Filmemacher und ehemaligen Freiwilligen in fünf Städten besprechen zu können.

TOURDATEN —


15.04. 18:30Uhr Leipzig Stadtbüro Leipzig (Link)
27.04. 19:30Uhr Jena Hörsaalkino (Link)
06.05. 18:30Uhr Bamberg Lichtspielkino (Link)
08.05. 19:30Uhr Göttingen Lumière-Kino (Link)
12.05. 20:00Uhr Dresden Zentralkino (Link)


Die Filmtour wird von VolNet e.V. präsentiert:
Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH mit Mitteln des BMZ

Globales Lernprojekt unter der Lupe: Alexandras Podcastreihe

In diesem Format stellen wir euch Projekte vor, die aus der Eigeninitiative unserer Freiwilligen entstanden sind. In den letzten Beiträgen habt ihr bereits Emily, Anton und Sumeja kennengelernt – heute möchten wir euch Alexandra vorstellen. Sie absolvierte ihren Freiwilligendienst im selben Jahrgang bei The Girl’s Agenda (TGA), einer Frauenrechtsorganisation in Brikama.

Schon vor ihrem Freiwilligendienst beschäftigte sich Alexandra mit Themen rund um Frauenrechte. Angetrieben von dieser Leidenschaft und inspiriert durch die vielen Begegnungen mit engagierten und beeindruckenden Persönlichkeiten in Gambia entstand ihre Podcastreihe. In drei Episoden setzt sie sich mit der Situation von Frauenrechten in Gambia, aber auch global auseinander und beleuchtet, auf welche Weise diese eingeschränkt oder verletzt werden.

Die erste Folge widmet sich globalen und lokalen Perspektiven auf Geschlechtspezifische Gewalt (gender-based violence). In der zweiten Episode steht das Thema FGM (Female Genital Mutilation) im Fokus, bevor sich die dritte Folge mit Frauenrechten in Gambia im historischen Kontext und unter dem Einfluss von Religion auseinandersetzt. Allen Episoden gemeinsam ist, dass spannende Gesprächspartnerinnen zu Wort kommen und insbesondere die Perspektiven gambischer Frauen sichtbar und hörbar gemacht werden.

Die erste Folge ist ab sofort hier verfügbar und wurde mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Also: Kopfhörer auf, reinhören und eintauchen!

Die zweite Folge ist nun ebenfalls hier verfügbar!

VolNet Host Family Get- Together 2025

von Leander Reinecke, mit Bildern von Justus Dietsche

Am Samstag, dem 20.12.2025 herrschte, anders als sonst, eine unruhige Stimmung auf Benna Kunda. Der Grund dafür waren die vielen Gäste, die dieses Grundstück in einen gesprächigen Partyort verwandelten.


Denn es handelte sich um das diesjährige “VolNet Host Family Get-Together”. Eingeladen waren die Gastfamilien der Freiwilligen und weitere Mitglieder VolNet Gambias. Dabei war geplant, durch ein gemeinsames Essen, das die Freiwilligen fleißig organisierten, den Austausch unter allen zu fördern, gemeinsam Zeit zu verbringen und auch ein bisschen Dankbarkeit für den Aufenthalt der ersten drei Monate zu zeigen.
Also bereiteten die Freiwilligen mithilfe von Gentle alles vor (Stühle, Essen, Decken und ein schattiges Plätzchen unter dem großen Baum), damit ab 15 Uhr die eingeladenen Gäste eintreffen konnten.
Als alle anfingen gemeinsam zu essen, wurde die Stimmung warm und gesprächig. Serviert wurde sowohl süß als auch herzhaft. Es gab Bennakin, Spaghetti mit Tomatensauce, Couscous-, Caesarsalat, Pancakes und sogar Weihnachtsplätzchen.


Nach dem Essen wurde viel gelacht und erzählt. Die Kinder belagerten entweder die Freiwilligen, spielten miteinander oder tanzten auf der Bühne zur Musik.
Auch Ataya durfte nicht fehlen, also zeigte Sandra abschließend noch ihr “Ataya-” Können.
Gesättigt und zufrieden, gingen die Familien gegen Sonnenuntergang wieder nach Hause.
Damit endete auch das “Get-Together” mit einem erfolgreichen Abschluss.

Globales Lernprojekt unter der Lupe: Sumejas Comic „Gentleman and his love for Armanti”

Sumeja war zusammen mit fünf weiteren Freiwilligen im Jahr 2024/25 in Gambia. Sie hat in der Kulukochi Community Pre-School gearbeitet und viele Wochenenden auf Benna Kunda verbracht.
Bereits im Vorbereitungsseminar hat Sumeja darüber nachgedacht, was ihr persönliches globales Lernprojekt werden könnte. Da sie gerne zeichnet, kam ihr direkt die Idee, ein Comic zu erstellen. Noch ahnungslos, was sie vor Ort inspirieren würde, um diesen Comic zu füllen, begann sie ihren Freiwilligendienst. Vor Ort baute sie nicht nur eine Bindung zu den anderen Freiwilligen auf, sondern auch zu Gentle, dem Freiwilligenkoordinator vor Ort. Und auch nach einigen Monaten des Kennenlernens hatte Sumeja immer diese eine Frage im Kopf: Was macht Gentle den ganzen Tag und wo verschwindet er auf mysteriöse Art und Weise?

So schnappte sich Sumeja Gentle für ein paar Interviews, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Diese Interviews gemischt mit realen Alltagssituationen bildeten die Grundlage des Comics. In diesem Comic wird ein authentischer Alltag gezeigt. Außerdem lernt man Benna Kunda und die nächstgrößere Stadt Brikama kennen. Dieses Lernprojekt zeigt, dass während eines Freiwilligendienstes viele Fragen aufkommen und es wichtig ist, nachzufragen, zu beobachten und den Dingen auf den Grund zu gehen. All das wurde auf sehr humorvolle und kreative Art und Weise umgesetzt und lässt einen über das eine oder andere Wort schmunzeln.


Am 8. Dezember 2025 präsentierte Sumeja ihr globales Lernprojekt der VolNet-Community im Rahmen einer digitalen Veranstaltung. Höhepunkt waren dabei die Comicvorlesung und die anschließenden Diskussionen.
Bleibt gespannt, denn schon bald werden neue Lernprojekte folgen:)