Schlagwort-Archive: Gambia

Globales Lernprojekt unter der Lupe: Justus‘ Film-Mosaik

Im Format „Globales Lernprojekt unter der Lupe“ stellen wir Projekte vor, die aus der Eigeninitiative unserer Freiwilligen entstanden sind. Den Anfang für den Freiwilligen-Jahrgang 2025/26 macht Justus. Er absolvierte seinen Freiwilligendienst bei der Sandele Foundation in Kartong.

Nicht nur dort, sondern auch in seiner Freizeit hatte er oft seine Kamera dabei. Aus seinen vielseitigen Filmen und Fotos ist ein buntes Mosaik über Identität, Kultur, Geschichte und Alltag entstanden, das Justus in sein Globales Lernprojekt integrierte.

Unter der Leitfrage „Gambia – Mehr als nur die Smiling Coast?“ organisierte er im Rahmen seines Lernprojekts zwei Veranstaltungen; eine in Gambia und eine in Deutschland.

Den Auftakt machte die Veranstaltung am Abend des 14. Juni im „Mango Park“ neben dem Markt in Gunjur. Zum Einstieg erhielten die Gäste mit einem Drohnenvideo von Gunjur einen besonderen Blick auf ihre Heimat aus der Vogelperspektive.

Im Anschluss führte Justus durch den Abend und verband die verschiedenen Videos thematisch miteinander. Dabei standen Aspekte des gambischen Alltags, der Religion, der Geschichte und der geografischen Besonderheiten des Landes im Mittelpunkt.

Zum Thema Alltag wurde beispielsweise ein Video über den westafrikanischen Grüntee Ataya gezeigt. Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden über dessen Bedeutung aus. Ein Besucher beschrieb den Stellenwert des Tees mit den Worten:

„Ataya ist deshalb ein großer Teil meines Alltags, weil ich mit Freunden zusammensitze, quatsche und wir in der gemütlichen Runde Neuigkeiten austauschen.“

Ein weiterer Schwerpunkt war die Religion, die das gesellschaftliche Leben in Gambia stark prägt. Neben einem Video über die imposante Gunjur Sand Dune Mosque entwickelte sich ein intensiver Dialog mit dem Publikum. Dabei wurden Gedanken und persönliche Erfahrungen gesammelt. Aussagen wie:

„Religion verbindet uns Gambier“, „Religion gibt mir Kraft, sie lehrt Freundlichkeit und Ehrlichkeit“ oder „sie gibt Hoffnung, wenn man hilflos ist“ verdeutlichten, welche Rolle der Glaube für viele Menschen im Alltag spielt.

Auch die besondere geografische Lage Gambias wurde thematisiert. Ein Video von der Riverside in Kartong an der Grenze zur senegalesischen Region Casamance zeigte die außergewöhnliche Landesgrenze und bot Anlass, über Geschichte und Gegenwart der Region ins Gespräch zu kommen. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch weitere Videos, die unterschiedliche Facetten Gambias beleuchteten und immer wieder Raum für den Austausch mit den Gästen schufen.

Am 2. Juli fand schließlich die zweite Veranstaltung im evangelischen Gemeindehaus in Egelsbach statt. Inhaltlich orientierte sie sich am Konzept der Veranstaltung in Gambia, richtete den Fokus jedoch zusätzlich auf Justus’ Freiwilligendienst und seine persönlichen Erfahrungen. Mithilfe von Fotos und Videos stellte er das westafrikanische Land vor und beantwortete die zahlreichen Fragen des Publikums. Gemeinsam wurde Gambia auf der Weltkarte eingeordnet, über die Kultur und das westafrikanische Essen gesprochen sowie Einblicke in den Alltag vor Ort gegeben.

Ein besonderer Bestandteil der Veranstaltung war zudem der Perspektivwechsel: Die Gedanken und Zitate des gambischen Publikums wurden dem deutschen Publikum vorgestellt und bildeten die Grundlage für einen interkulturellen Austausch. Das Globale Lernprojekt schlug damit eine Brücke zwischen den Erfahrungen und Sichtweisen in Gambia und Deutschland.

Einige der Videos können auch auf dem Youtube-Kanal von VolNet angeschaut werden:

Film Mosaic – Justus 25/26 – YouTube

Freiwilligen-Projekt im Fokus: Die Bienen der Sandele Foundation

VolNet unterstützt das Bienenprojekt von Justus Dietsche / Bienenvölker nun fit für die Regenzeit

Mitte Februar kam Justus Dietsche, diesjähriger Freiwilliger von VolNet, auf den Vereinsvorstand mit einer Projektidee zu: Er plane, die Bienenvölker seiner Einsatzstelle reparieren zu lassen und dadurch deren Behausung für die Regenzeit sicherzustellen. Dafür formulierte er einen Förderantrag, der ihm durch den Vorstand genehmigt wurde.

Den aktuellen Stand des Projektes fasst er hier in einem Bericht kompakt zusammen:

“ Meine Einsatzstelle, die Sandele Foundation, die zwischen Madina Salam und Kartong (dem südlichsten Dorf Gambias) liegt, hat mehrere Bienenvölker in ihrem Besitz. Rund 15 Beuten (so nennt man die hölzernen Bienenkästen) stehen auf dem Gelände, fünf davon sind auch jeweils von einem Bienenvolk behaust.

Als begeisterter Imker ist das für mich natürlich ein Glücksfall: So kann ich meinem langjährigen Hobby, das ich bereits seit 2015 praktiziere, auch in Gambia nachgehen.

Zeit, mal ein kleines Update über die Bienenvölker zu teilen, denn in den Wochen seit Genehmigung meines Förderantrages hat sich dort einiges getan:

Das übergeordnete Ziel war es, die Beuten reparieren zu lassen. Das hat folgenden Grund: Die Bienenvölker hatten bis vor Kurzem noch rostige Deckel, zerfressene Holzwände und waren allgemein in keinem guten Zustand. In der Regenzeit, die in Gambia von etwa Ende Juni bis Mitte Oktober dauert, ist das natürlich fatal.

Um sich das einmal genauer vorzustellen, hier eine kleine Beschreibung, was Regenzeit in Gambia eigentlich bedeutet. Die Regenzeit in Gambia ist kein bisschen mit dem zu vergleichen, was man aus Mitteleuropa kennt. Von etwa Ende Juni bis in den Oktober hinein kommt es fast täglich zu heftigen, oft stundenlangen Schauern, die nicht selten von Gewittern begleitet werden. Innerhalb kürzester Zeit setzen die Regenfälle ganze Landstriche unter Wasser: Sandpisten verwandeln sich in schlammige, teils unpassierbare Wege, größere Straßen stehen stellenweise unter Wasser, und selbst einfache Wege durch Dörfer werden zur rutschigen Herausforderung. Für Bienenvölker ohne fachgerechte Beuten-Behausung ist die Regenzeit somit eine große Gefahr.

Eine der alten Beuten vor der Reparatur
Die neuen Beuten, bereit zum Abtransport

Umso glücklicher bin ich, dass die Bienenvölker der Sandele Foundation vergangene Woche nun neue Behausungen bekommen haben. Mit den Geldern aus dem Förderantrag habe ich Ende Februar die Reparatur der Beuten in Auftrag gegeben. Die Adresse dafür war hierbei Zulieu Nchalmi. Bereits seit 14 Jahren ist Zulieu Imker in Gambia. Er hat bereits für Agrarunternehmen gearbeitet, die Bienen gehalten haben, er war über mehrere Jahre der Imker einer Bienenfarm und seit einigen Jahren baut und repariert er in Madina Salam nebenberuflich als selbstständiger Handwerker Bienenbeuten. Ihm vertraute ich also die Reparaturen der Bienenkästen der Sandele Foundation an, die vor rund zwei Wochen fertiggestellt wurden.

Die frisch reparierten Beuten brachte ich vergangene Woche mit einem Lasten-Dreirad dann zur Sandele Foundation. Wenige Tage später folgte das Umsiedeln, was ich zusammen mit Zulieu unternahm. Gemeinsam schafften wir die neuen Beuten an ihre Standorte. Die alten Beuten mit den Bienenkolonien wurden sodann geöffnet.

Oberträger für Oberträger und Wabe für Wabe siedelten wir schließlich ein Bienenvolk nach dem anderen in die neuen Beuten um. Das forderte einiges an Mut: Die Bienen in Gambia sind recht territorial und schwirrten um unsere Köpfe. Am Ende waren alle Bienenvölker in ihre neuen Behausungen umgesiedelt. Sie sind nun fit für die kommende Regenzeit.

Und wie geht es weiter? Mein großes Ziel ist es, vor meiner Rückreise nach Deutschland noch Honig zu ernten. Ob das bei den Bienenvölkern der Sandele Foundation möglich ist, wird sich Ende Mai zeigen. Es könnte sein, dass die Völker zu wenig Honig haben und man sie diese Saison nochmal in Ruhe lassen sollte. Für diesen Fall hat mir Zulieu aber angeboten, mich aber mit zur Honigernte bei seinen Völkern mitzunehmen. Auch gut.

Ebenso begann vergangene Woche ein weiteres Projekt mit Bienen: Mit der Sandele Foundation als Gastgeber habe ich ein Imker-Training ins Leben gerufen, dass interessierten Leuten die Grundlagen des Imkerns nahebringen soll. Die ersten beiden theoretischen Sessions fanden in den vergangenen zwei Wochen auf dem Gelände einer unserer Partner statt. Weitere zwei theoretische Sessions sind Mitte Mai online, ehe ich Ende Mai und Anfang Juni dann auch die Praxis lehren will.

Ein Update dazu wird es in ein paar Wochen ebenfalls hier auf der Website von VolNet geben. Bis dahin: Auf Wiederlesen.“

20 Jahre VolNet – Willkommen zur Jubiläumsveranstaltung in Leipzig

VolNet feiert dieses Jahr seinen 20. Geburtstag!!! Ein schöner Anlass sich wiederzusehen, Freiwilligen-Generationen miteinander zu verbinden und sich auszutauschen. Mit möglichst vielen Menschen wollen wir das VolNet Jubiläum gemeinsam in Leipzig feiern. Eingeladen sind ALLE, die den Verein in seinen 20 Jahren ein Stück begleitet, gefördert oder geprägt haben oder sich für VolNet interessieren.

Samstag, 02. November 2024

VolNet Jubiläumsveranstaltung 

Programm-Beginn:    14:00 Uhr

Offizielles Ende:         21:00 Uhr

Ort:                                   Hochschule iba Leipzig (Markt 5-6 04109 Leipzig)

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Für Essen und Getränke wird es vor Ort eine Spendenbox geben. Wir werden uns auch bemühen, die Veranstaltung möglichst familienfreundlich zu gestalten und einen Kinderbereich einrichten.

Für die organisatorische Planung der Veranstaltung, bitten wir um eine Anmeldung bis zum 15.10.2024. Bitte schreibe deine Rückmeldung an:

Zeitnahe Zusagen schätzen wir besonders.

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen

Sehr gerne wollen wir in diesem Jahr wieder Freiwillige nach Gambia vermitteln und begleiten. Wir sind zuversichtlich, dass nach weltweiten Zugangsmöglichkeiten zu wirksamen Impfstoffen, eine Vermittlung nach Gambia ab Oktober 2021 möglich sein wird.

Aus diesem Grund freuen wir uns auf eure Bewerbungen. Sollte es aufgrund der Corvid19 Pandemie (oder anderer Extremlagen) zu Verschiebungen der Ausreise (oder gar einer Nichtermöglichung) kommen, kann der Dienst ohne Konsequenzen storniert werden. Mehr Infos unter dem Kapitel: Freiwilligendienst