Freiwilligen-Projekt im Fokus: Die Bienen der Sandele Foundation

VolNet unterstützt das Bienenprojekt von Justus Dietsche / Bienenvölker nun fit für die Regenzeit

Mitte Februar kam Justus Dietsche, diesjähriger Freiwilliger von VolNet, auf den Vereinsvorstand mit einer Projektidee zu: Er plane, die Bienenvölker seiner Einsatzstelle reparieren zu lassen und dadurch deren Behausung für die Regenzeit sicherzustellen. Dafür formulierte er einen Förderantrag, der ihm durch den Vorstand genehmigt wurde.

Den aktuellen Stand des Projektes fasst er hier in einem Bericht kompakt zusammen:

“ Meine Einsatzstelle, die Sandele Foundation, die zwischen Madina Salam und Kartong (dem südlichsten Dorf Gambias) liegt, hat mehrere Bienenvölker in ihrem Besitz. Rund 15 Beuten (so nennt man die hölzernen Bienenkästen) stehen auf dem Gelände, fünf davon sind auch jeweils von einem Bienenvolk behaust.

Als begeisterter Imker ist das für mich natürlich ein Glücksfall: So kann ich meinem langjährigen Hobby, das ich bereits seit 2015 praktiziere, auch in Gambia nachgehen.

Zeit, mal ein kleines Update über die Bienenvölker zu teilen, denn in den Wochen seit Genehmigung meines Förderantrages hat sich dort einiges getan:

Das übergeordnete Ziel war es, die Beuten reparieren zu lassen. Das hat folgenden Grund: Die Bienenvölker hatten bis vor Kurzem noch rostige Deckel, zerfressene Holzwände und waren allgemein in keinem guten Zustand. In der Regenzeit, die in Gambia von etwa Ende Juni bis Mitte Oktober dauert, ist das natürlich fatal.

Um sich das einmal genauer vorzustellen, hier eine kleine Beschreibung, was Regenzeit in Gambia eigentlich bedeutet. Die Regenzeit in Gambia ist kein bisschen mit dem zu vergleichen, was man aus Mitteleuropa kennt. Von etwa Ende Juni bis in den Oktober hinein kommt es fast täglich zu heftigen, oft stundenlangen Schauern, die nicht selten von Gewittern begleitet werden. Innerhalb kürzester Zeit setzen die Regenfälle ganze Landstriche unter Wasser: Sandpisten verwandeln sich in schlammige, teils unpassierbare Wege, größere Straßen stehen stellenweise unter Wasser, und selbst einfache Wege durch Dörfer werden zur rutschigen Herausforderung. Für Bienenvölker ohne fachgerechte Beuten-Behausung ist die Regenzeit somit eine große Gefahr.

Eine der alten Beuten vor der Reparatur
Die neuen Beuten, bereit zum Abtransport

Umso glücklicher bin ich, dass die Bienenvölker der Sandele Foundation vergangene Woche nun neue Behausungen bekommen haben. Mit den Geldern aus dem Förderantrag habe ich Ende Februar die Reparatur der Beuten in Auftrag gegeben. Die Adresse dafür war hierbei Zulieu Nchalmi. Bereits seit 14 Jahren ist Zulieu Imker in Gambia. Er hat bereits für Agrarunternehmen gearbeitet, die Bienen gehalten haben, er war über mehrere Jahre der Imker einer Bienenfarm und seit einigen Jahren baut und repariert er in Madina Salam nebenberuflich als selbstständiger Handwerker Bienenbeuten. Ihm vertraute ich also die Reparaturen der Bienenkästen der Sandele Foundation an, die vor rund zwei Wochen fertiggestellt wurden.

Die frisch reparierten Beuten brachte ich vergangene Woche mit einem Lasten-Dreirad dann zur Sandele Foundation. Wenige Tage später folgte das Umsiedeln, was ich zusammen mit Zulieu unternahm. Gemeinsam schafften wir die neuen Beuten an ihre Standorte. Die alten Beuten mit den Bienenkolonien wurden sodann geöffnet.

Oberträger für Oberträger und Wabe für Wabe siedelten wir schließlich ein Bienenvolk nach dem anderen in die neuen Beuten um. Das forderte einiges an Mut: Die Bienen in Gambia sind recht territorial und schwirrten um unsere Köpfe. Am Ende waren alle Bienenvölker in ihre neuen Behausungen umgesiedelt. Sie sind nun fit für die kommende Regenzeit.

Und wie geht es weiter? Mein großes Ziel ist es, vor meiner Rückreise nach Deutschland noch Honig zu ernten. Ob das bei den Bienenvölkern der Sandele Foundation möglich ist, wird sich Ende Mai zeigen. Es könnte sein, dass die Völker zu wenig Honig haben und man sie diese Saison nochmal in Ruhe lassen sollte. Für diesen Fall hat mir Zulieu aber angeboten, mich aber mit zur Honigernte bei seinen Völkern mitzunehmen. Auch gut.

Ebenso begann vergangene Woche ein weiteres Projekt mit Bienen: Mit der Sandele Foundation als Gastgeber habe ich ein Imker-Training ins Leben gerufen, dass interessierten Leuten die Grundlagen des Imkerns nahebringen soll. Die ersten beiden theoretischen Sessions fanden in den vergangenen zwei Wochen auf dem Gelände einer unserer Partner statt. Weitere zwei theoretische Sessions sind Mitte Mai online, ehe ich Ende Mai und Anfang Juni dann auch die Praxis lehren will.

Ein Update dazu wird es in ein paar Wochen ebenfalls hier auf der Website von VolNet geben. Bis dahin: Auf Wiederlesen.“