Mystisch, Mystischer, Vorbereitungsseminar

Auch diesen Sommer bereitet VolNet 14 Freiwillige auf ihren Weltwärts-Freiwilligendienst in Kassel vor. Am Samstag, dem 15.08., startete das Seminar mit einem VolNet-Tag, an dem sich alle kennenlernen konnten. Denn seit Langem vermittelt VolNet neun Freiwillige nach Gambia. Vier Freiwillige gehen in Projekte in Serekunda und fünf weitere Freiwillige ziehen nach Gunjur.

Um sich an diesem ersten Tag näherzukommen, hatten Christian und Laura nicht nur viele neue Methoden dabei, sondern auch Markus, unser Seminarkoch, weckte mit einer Kochchallenge den Teamgeist der Freiwilligen. Aus vielen Zutaten und der Info, dass es eine Hauptspeise und einen Nachtisch geben soll, musste ohne Rezept gezaubert werden. Und was soll man sagen? Es war echt lecker.

Amie, Anne und Sarah kochen ihren ersten Ataya.

Am Sonntag kamen dann Freiwillige von zwei anderen Organisationen dazu, die nach Ghana und Ruanda gehen werden. Es fand noch mehr Teambuilding statt und es gab einen ausgelassenen Spieleabend.

Zu Beginn der Woche wurde die Programmlogik von Weltwärts betrachtet und am Dienstag warf Christian in seinem Film einen kritischen Blick auf den Freiwilligendienst. Gerade dieser Film hat die Freiwilligen sehr bewegt und viele Diskussionsfragen aufgeworfen.

Nach einem ausgeschlafenen Mittwochmorgen startete um 10 Uhr ein gemütlicher Brunch. Auch wenn die Sonne nicht schien und dicke Wolken über Kassel hingen, unternahmen wir einen kleinen Ausflug an die Fulda. Wer auch immer die Idee hatte, in das kalte Wasser zu springen, zog viele in seinen Bann, und es wurde geschwommen und gefroren. Am Nachmittag gab es dann eine Einheit zum Thema Gesundheit und Sicherheit. Mit Nicis Hilfe wurden alle Fragen beantwortet und wir sind dem Mysterium Malaria auf die Spur gekommen.

Der Donnerstag startete der Tag mit einem „Happy Birthday” für Laura und Pfannkuchentorte für alle. Das Team wechselte und Joci und Luise übernahmen die Seminareinheiten nach Laura und Christian. Markus stärkte uns das gesamte Seminar über mit tollen Kreationen aus der Küche.

Markus in seinem Element und Josi hilft mit.

Gemeinsam mit Joci beschäftigten sich die Freiwilligen mit postkolonialen Kontinuitäten im Freiwilligendienst, rassistischer Sozialisierung und „the danger of a single story“. Der Austausch sensibilisierte die Freiwilligen zur Berichterstattung aus dem Globalen Süden und motivierte sie zur Selbstreflektion, was beispielsweise die eigene Motivation angeht.

Was beim Seminar nicht fehlen darf: Wände voller Flipchart-Poster!

Anschließend gab es Zeit dafür, sich mit den eigenen Gastländern intensiver auseinanderzusetzen. Daraus entstanden tolle Präsentationen über Politik, Sport und Kultur in Gambia, Ghana und Ruanda, die am nächsten Abend für viel Gelächter und Vorfreude sorgen würden.

Am Abend vorher gab es eine offene Gesprächsrunde zum Thema „Aufmerksamkeit als Europäer*in“, bei der die Freiwilligen ihre Bedenken und Fragen äußern konnten. Der Austausch war sehr offen und ehrlich, und wir hoffen, dass wir die Freiwilligen vorbereiten konnten, ohne Ängste zu schüren.

In jeder freien Minute lief ein Tischkickerturnier, dass die Freiwilligen organisierten, mit Schiedsrichterin und allem drum und dran. Während des Finales lief „We are the Champions“ über die Lautsprecher und das Publikum tobte.

Und dann war es an der Zeit Abschied zu nehmen: Die Freiwilligen schrieben sich nette Worte auf bunte Zettel, gaben ihr Feedback und schmiedeten Pläne fürs Wiedersehen.

„Vorher hatte ich gar nicht so Lust auf das Seminar, weil ich noch so viel Organisieren muss und Zeit mit meinen Freunden und Familie verbringen möchte. Aber die Zeit hier in Kassel war so schön, die anderen Freiwilligen sehr offen und nett und ich habe es sehr genossen.“ So oder so ähnlich sagten es einige Freiwillige in der Abschiedsrunde.

Bestimmt fragen sich einige, warum dieser Titel für das Seminar gewählt wurde. Alles begann damit, dass es zum Frühstück immer Holundersirupwasser gab, das den Namen „Mystische Mische” erhielt. Irgendwann tauchte der Begriff nicht nur beim Frühstück, sondern im ganzen Seminar auf und wurde zum Lieblingswort der Freiwilligen. Was für eine motivierte, musikalische, mystische Gruppe! 🙂