Neuigkeiten rund um das Thema Bienen in Gambia: Am vergangenen Sonntag hat Justus Dietsche, diesjähriger Freiwilliger von VolNet, den finalen Workshop seines Imkertrainings durchgeführt. Anfang Mai hatte er bereits in einem Beitrag von den Bienenvölkern der Sandele Foundation berichtet, hier gibt er nun ein Update zu dem Training, bei dem er rund 15 Interessierten sein Wissen rund um Bienen und Bienenhaltung vermittelt hat.
Das Training wurde von VolNet gefördert.
„Meine Arbeitsstelle, die Sandele Foundation in Kartong, hat mehrere Bienenvölker in ihrem Besitz. Im Frühjahr hatten wir damit begonnen, deren hölzernen Kästen zu reparieren (ich berichtete davon in einem der früheren Beiträge auf VolNets Website).
Während der Reparatur kam zwischen Foundation Director Simon Gibba und mir der Gedanke auf, das Thema Bienen und Bienenhaltung noch etwas nachhaltiger anzugehen. Wir machten uns Gedanken zu den Fragen: Wie können wir das Bienenprojekt auch über meinen Freiwilligendienst hinaus weiterleben lassen? Wie können wir sicherstellen, dass die Bienen der Sandele Foundation weiter bewirtschaftet werden? Und wie kann ich mein Wissen vielleicht an Interessierte weitergeben?
Unsere Überlegungen mündeten in einem neuen Projekt: Einem Imkertraining. Ziel ist: Interessierten die Grundlagen beibringen, eine symbiotische Gruppendynamik zu erschaffen und die Teilnehmenden zu empowern, sich weiterzubilden und mit dem Imkern anzufangen.
Also machten wir einen Online-Flyer mit einem verknüpften Google Forms; innerhalb weniger Tage hatten wir mehr als 15 Anmeldungen für das kostenlose Angebot.
Alle Teilnehmer fügten wir einer WhatsApp-Gruppe hinzu und wenige Tage führte ich bereits den ersten theoretischen Workshop durch. Dieser fand Mitte April auf dem Gelände unseres Partners NAACO zwischen Kartong und Madina Salam statt. Rund eine Woche später hielt ich bereits den zweiten theoretischen Workshop auf dem gleichen Gelände, der sich den besonders spannenden Themen Honigernte und Bienenwachs widmete.
Im Mai folgten noch zwei weitere Termine, beide online, in denen ich den Teilnehmern die Imkerwerkzeuge, den Aufbau eines Bienenvolks sowie verschiedene Bienenkrankheiten näherbrachte. Ebenso untersuchten wir gemeinsam, wie man das Imkern in Gambia als positiv-ökonomische Nebentätigkeit angehen kann.
Die wichtigste Theorie abgehakt, folgte am vergangenen Sonntag nun der praktische Teil der Ausbildung:
Die Teilnehmenden und ich trafen uns gegen 11 Uhr bei der Bienenfarm von WYCE (einer NGO in Madina Salam, die uns freundlicherweise ihren Garten für den Tagesworkshop zur Verfügung stellte).


Nach einer Austauschrunde, bei der ich offengebliebene Fragen der theoretischen Ausbildung beantwortete, starteten wir den Workshop mit einer Begehung des Bienengartens. Bevor wir in Imkeranzügen an die Bienen gingen, erklärte ich den Teilnehmenden, wie man den allgemeinen Zustand eines Bienenvolks sowie Krankheitsbilder bereits von außen erkennen kann, ohne den Deckel öffnen zu müssen. Das Erlernte hielten wir im Plenum fest. Anschließend kam der spannende Teil: Die Teilnehmenden zogen die bereitgestellten Imkeranzüge an und ich leitete sie in Vierergruppen an die Bienenvölker, während der Rest abseits blieb. Man kann sich vorstellen, wie faszinierend es für die Teilnehmenden war, das erste Mal ein echtes Bienenvolk aus der Nähe inspizieren zu können.
Beim anschließenden Mittagessen kam demnach ein reger Austausch zustande.
Die Nachmittags-Session übernahm mein Freund Zulieu (er ist Imker in Madina Salam und half uns bereits bei der Reparatur der Bienenvölker). Er erläuterte den saisonalen Kalender der Bienenhaltung in Gambia, bei dem die Regenzeit eine große Rolle spielt. Die letzte Einheit war schließlich handwerklich: Gemeinsam bauten wir einen Bienenkasten, um den Teilnehmendenn aufzuzeigen, wie sie nun selbst mit dem Imkern starten können. Im Anschluss erhielt jede*r ein Teilnahme-Zertifikat.


Fazit:
Mich macht es unglaublich stolz, die Entwicklung der Teilnehmenden über den gesamten Kurs hinweg miterlebt zu haben. Besonders schön war zu sehen, wie aus anfänglicher Neugier echtes Interesse und Begeisterung für die Imkerei entstanden sind. Und so wie sich vernehmen ließ, möchten viele der Teilnehmenden nun tatsächlich mit dem Imkern anfangen!
Ein großes Dankeschön an VolNet und weltwärts für die Unterstützung dieses wunderbaren Projekts!“
von Justus Dietsche